Sherlock Holmes

11. Februar 2010

Arthur Conan Doyles Figur Sherlock Holmes wurde schon unzählige Male verfilmt, aber nachdem sich nun Guy Ritche als Regisseur und Robert Downey Jr. sowieso Jude Law als Hauptdarsteller bereit erklärten, die Geschichte neu zu erzählen, traute ich mich eben doch ins Kino.

Ich muss mich ja als vollkommener Sherlock Holmes-Neuling outen. Bisher habe ich noch keinen Buch gesehen, keinen Film gesehen und darüber hinaus maximal ein oder zwei Folgen der Serie gesehen habe. Aber zumindest grundsätzlich weiß ich, worum es ungefähr gehen sollte: Spannende Fälle, mysteriöse Begegnungen, geniales Kombinieren und schließlich das Auflösen aller Ungereimtheiten.

Dieses Mal? Im Jahre 1891 stoppt Sherlock Holmes einen Ritualmörder, Lord Blackwood, kurz bevor er das  fünfte Opfer töten möchte. Der Mann wird zum Tode verurteilt und gehängt, wobei er bei seinem Treffen mit Sherlock Holmes, seinem letzten Wunsch, erklärt, auch nach seinem Tod weiter morden zu wollen. Und obwohl Dr. Watson ihn für tot erklärte, ist seine Grabstein zertrümmert, die Leiche verschwunden und das nächste Opfer schon gefunden.

Eine spannende Geschichte, mal ganz grundsätzlich. Mir aber doch etwas zu schräg (wobei das natürlich mein subjektiver Eindruck als Neuling war). Was mich aber am Meisten überraschte, waren die vielen Actionszenen. Explosionen, Schießereien, Boxkämpfe. Früher stellte ich mir Herrn Holmes immer mit grüne Kappe und grünen Mantel vor, und mit Pfeife … ein Mann im höheren Alter. Und bis auf die Pfeife hat er hier alles verloren. Er ist ein noch jünger, oft zersaust, aber doch adrett gekleidet. Und dass er erfolgreicher Boxer war, war mir bisher auch nicht bekannt.

Also, man sieht es vielleicht sogar schon: Ich hatte mir etwas Anderes erwartet. Und vor allem war der Film um einiges unlustiger, als ich es erwartet habe. Die Diskussionen zwischen Holmes und Watson hätten so richtig lustig werden können, aber ich habe während des ganzen Films zwei Mal laut und einmal leise geschmunzelt.  Somit ist Sherlock Holmes keine Komödie. Kein einfacher Krimi. Und für einen Actionfilm zu … niveauvoll.

Und ja. Es kommt zu mysteriösen Begegnungen, zu genialem Kombinieren und zu einem großartigen Auflösen aller Ungereimtheiten. Und … man kündigt auch schon mal vorsorglich den nächsten Fall an. Und ja, ich werde mir wahrscheinlich den zweiten Teil auch ansehen. Nicht, weil der erste Teil so gut war, sondern weil es gute Ansätze gab. Und man sich wirklich noch sehr gut steigern kann.

Robert Downey Jr. und Jude Law haben hingegen gute Arbeit geleistet. Der Film scheitert also einfach nur am Drehbuch. Downey jr. und Law sind unterhaltsam, passen wunderbar auf diese Rollen und verkörpern ihre lustige Beziehung einfach großartig.

Sherlock Holmes entsprach ungefähr meinen Erwartungen. Und die waren nicht wirklich hoch. Der Film ist mäßig unterhaltsam, die Bildsprache fand ich hingegen großartig, aber er hätte lustiger, spannender und mitreißender sein können. Da liegt eindeutig noch Potential vergraben.

Links: Trailer Website Wikipedia

Photocredits: Matt From London | flickr

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